Russland:100 JAHRE OKTOBERREVOLUTION UND DAS LAND HEUTE

Rund um die Aktivitäten zum 100-jährigen Jubiläum der Oktoberrevolution hatte ich die Gelegenheit, 12 Tage im Land zu verbringen. Ich nahm an etlichen Konferenzen in Moskau und St.Petersburg/ Leningrad bzw. einer Demo teil und konnte mich über die aktuelle Lage im Putin-Russland schlau machen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------ 

MOSKAU

Der russische -undogmatische- Marxist Alexander Buzgalin hatte in Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung, der linken "Alternativy"-Organisation, progressiven Professoren und der WAPE (World Association for Political Economy) die Initiative ergriffen. Unter dem Leitmotiv "Oktober. Revolution. Zukunft" fanden etliche Konferenzen statt. Die Intention war nach 100 Jahren Roter Oktober - kritisch - Bilanz zu ziehen und vor allem ins Heute und in die Zukunft zu blicken.

Aus dem Reigen der Veranstaltungen, Meetings, Aktionen möchte ich nur die wichtigsten erwähnen:

Auf der "Universität für Finanzen und Recht" fand am 2.November die offizielle Eröffnung statt. Bemerkenswert war eine Ausstellung zur Entwicklung der Kunst zum Thema russische Revolution. Die gesamte künstlerische  Bandbreite wurde dokumentiert: der Futurismus ebenso wie der "sozialistische Realismus". Weiters wurde ein Erinnerungsbaum gepflanzt und eine Marx-Büste aufgestellt.

Richtig los ging es dann am 3. und 4. November mit einer Fülle von Seminaren, Referaten und Diskussionen, wobei die WAPE-Jahrestagung (immer in einem anderen Land- im Vorjahr in Patiala/ Indien) integriert war.

Weiterlesen ...

CHINA: SYMPOSIUM ZUR OKTOBERREVOLUTION UND PARTEITAG

Auf Einladung der Peking Universität nahm ich im Oktober an einem Symposium zur Oktoberrevolution teil. Gleichzeitig ging der 19. Parteritag der KP Chinas über die Bühne.                                                                                                                                         ----------------------------------------------  

Der genaue Titel der Tagung lautete "Internationales Symposium zur Geschichte, Realität und Zukunft des Sozialismus". Im Zentrum der Beiträge stand die Okoberrevolution in Rußland 1917, ihre Folgen und ihre – mögliche - Bedeutung für die Gegenwart.

Etliche Beiträge von chinesischer Seite hatten in etwa folgende Struktur: die weltpolitische Bedeutung der Oktoberrevolution wurde unterstrichen, ebenso ihre Lokomotivenrolle für die chinesische Revolution, die 1949 siegte. Dann war man jedoch ziemlich rasch bei der angeblich notwendigen "Chinesisierung des Marxismus" und dem "Belt and Road"-Projekt ("neue Seidenstraße") ohne dieses im geringsten auf ihren – eventuellen - emanzipatorischen Charakter abzuklopfen oder ihren top-down-Charakter in Frage zu stellen.
 
Einige Referate wichen jedoch merklich von diesem simplen, apologetischen Schema ab. Die wichtigsten waren:

Weiterlesen ...

10.000 BEI DER LICHTERKETTE GEGEN DIE BETEILIGUNG DER FPÖ AN DER REGIERUNG

Am 15. Novemver erfolgte die ERSTE  Aktion gegen die Beteiligung der Extremen Rechten an der Regierung. 10.000 Personen umzingelten das Regierungsviertel in Wien mit einer "Lichterkette" -  bestehend aus Fackeln, Kerzen und Lampen. Besonders beeindruckend war die sehr starke Beteiligung von jungen Menschen.

Weitere Aktionen werden folgen: am Tag der Angelobung von Schwarz-Blau und am darauffolgenden Samstag gibt es eine BUNDESWEITE Demo in Wien.

Die Aktion zeigt, daß es ein breites Potential gibt, das bereit ist gegen den Rechtsruck WIDERSTAND zu leisten.

Damit dieser Widerstand Breite und Tiefe erhält, wird es notwendig sein, konkrete inhaltliche ALTERENATIVEN zum Kahlschlag- und Aufrüstungs-Kurs von ÖVP/ FPÖ  zu erarbeiten.

Hermann Dworczak (Austrian Social Forum, Prague Spring 2; 0676 / 972 31 10)

Nach der Wahl: Rechte Offensive stoppen – solidarische Alternative entwickeln!

Die Nationalratswahl drückt einen deutlichen politischen Rechtsruck aus. Die ÖVP und die FPÖ werden zielstrebig versuchen, zahlreiche gesellschaftliche Errungenschaften zu zerstören. Viele Menschen haben mit einer Stimme für die SPÖ sich wohl erhofft, dem Rechtsruck einen Riegel zu schieben. Die Grünen erleben ein Desaster. Eine radikale solidarische und ökologische Kraft gibt es nicht. Diese gilt es aufzubauen. Dabei gilt es, das Sozial- und Demokratieabbauprogramm von ÖVP und FPÖ zu stoppen.

Das Programm von Kurz-Strache lautet:

  • Spaltung der arbeitenden Menschen nach Passfarbe, Lebensform, Alter, etc.
  • 12-Stunden-Tag, 60-Stunden-Woche
  • Verarmung von noch mehr alleinerziehenden Müttern
  • Kürzung der Mindestsicherung
  • Steuergeschenke für Unternehmen und Wohlhabende
  • Einschränkung der Mitsprache von Beschäftigten durch Schwächung der Arbeiterkammer
  • Verschärfte Kürzungspolitik der öffentlichen Haushalte und Verschlechterung der sozialen Infrastruktur (Kindergrippen, Pflege)

Dazu sagen wir nein!

Weiterlesen ...