Miguel Romero, der Moro (der Maure), ist von uns gegangen

Miguel Romero 'Moro'.Für uns, Mitglieder der IV. Internationale seit über vierzig Jahren, ist "Moro" (der Maure) ein politischer Bezugspunkt gewesen. Er war einer der Mitbegründer der "Liga Comunista Revolucionaria", der spanischen Sektion der IV. Internationale, im Jahr 1971. Ende der sechziger Jahre war er an Organisationen der Studierendenbewegung in Madrid gegen die franquistische Diktatur beteiligt, vor allem war er Mitglied der "Frente de Liberacion Popular" (Volksbefreiungsfront).

Der Moro war einer der jungen Studierenden, die als Ergebnis der Jugendradikalisierung der sechziger Jahre ihr Engagement gegen den Franquismus mit den damaligen Aufschwüngen der Revolution verbanden, vom Mai 68 bis zum Befreiungskampf des vietnamesischen Volks und dem Prager Frühling. Er war zutiefst ein Internationalist. Die Rolle der "Jeunesse Communiste Revolutionnaire" (JCR) im Mai 68 und die Anfangsjahre der französischen "Ligue Communiste" waren für ihn Anlass, mit der IV. Internationale zusammenzuarbeiten. In den Jahren des Untergrundkampfs und des Übergangs nach dem Ende des Franquismus wurde er zu dem führenden Kopf der LCR. Er war danach, gegen den Strom der Enttäuschungen nach dem Ende der franquistischen Diktatur, eines der Leitungsmitglieder der LCR und über sie hinaus der revolutionären Linken im Spanischen Staat.

Der Moro war auch eines der vorantreibenden Leitungsmitglieder der IV. Internationale in Europa, aber auch in Lateinamerika, wo er an einer Reihe von Strategiedebatten über die lateinamerikanische Revolution, vor allem in Mittelamerika, beteiligt war. Er hat auch unter anderem mit Daniel Bensaïd, mit dem ihn eine wahre politische "Komplizenschaft" und eine tiefe Freundschaft verbanden, zum Aufbau der Sektionen der Internationale in Bolivien, Mexiko und Brasilien beigetragen. Danach hat er sich dafür entschieden, sein politisches Engagement durch Viento Sur fortzusetzen, einer Zeitschrift, die sowohl wegen ihrer Qualität als auch ihrer intellektuellen und politischen Offenheit Anerkennung genießt. Er hat sie trotz einer Krebserkrankung und nachlassender Kräfte bis zum Ende seines Lebens geleitet.

Mit der Gründung von "Izquierda Anticapitalista" ist eine revolutionäre Organisation entstanden, die sich die Kämpfe zu eigen gemacht hat, dieweiter seine waren und denen er all die Unterstützung gab, zu der er sich in der Lage fühlte.

Moro ist für unsere Generation ein Beispiel für das gewesen, was politisches Engagement bedeutet. Vom Kampf im Untergrund bis zum tagtäglichen Aufbau von revolutionären Organisationen war der Moro stets dabei. Weit entfernt von jeglichem Dogmatismus und Sektierertum suchte er in allen revolutionären Erfahrungen das, was die Dinge ändern und was dazu führen konnte, konkrete Politik zu machen. Vor allem war er ein Beispiel in den Beziehungen unter politisch Aktiven: ein tiefer Respekt vor den Individuen, die Suche nach dem, was einte, anstatt nach dem, was trennte, und eine tiefe Sympathie.

Paco Robs und Francois Sabado

http://npa2009.org/content/miguel-romero-el-moro-nous-quittes

 

 

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