Am 14. August ging das 13. Weltsozialforum in Montreal, Kanada, zu Ende. Von Leo Gabriel

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Am 14. August ging das 13. Weltsozialforum in Montreal, Kanada, zu Ende.

von Leo Gabriel

Mit 25.000 registrierten TeilnehmerInnen und mehr als 1000 Veranstaltungen war das Weltsozialforum im kanadischen Montreal zwar nicht das größte, aber vielleicht das außergewöhnlichste seiner Art. Die Tatsache, dass es zum ersten Mal in seiner 15jährigen Geschichte in einem Land des globalen Nordens stattgefunden hat, tat zwar der inhaltlichen Qualität keinen Abbruch, hatte aber dennoch seinen Preis:

Wider Erwarten war ca. 200 von ingesamt 1.000 AntragstellerInnen aus dem globalen Süden von den kanadischen Botschaften und Konsulaten das Visum verweigert worden – unter ihnen auch der bekannten Schriftstellerin und Feministin Aminata Traoré aus Mali und dem ägyptischen Politikwissenschaftler Samir Amin.

 

Auch die für die Bewohner des Trikonts überaus teure Anreise hatte im Vorfeld des Weltsozialforums einen „Kahlschlag des Südens und fernen Ostens“ befürchten lassen. Dass es dazu nicht gekommen ist, war vor allem den ca. 200 kanadischen Assoziationen zu verdanken, die etwa 500 Intellektuelle und VertreterInnen von Basisorganisationen aus Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren Osten eingeladen hatten.

Dabei war es verblüffend festzustellen, dass die Problemstellungen aus der Sicht des Nordens sich gar nicht so sehr von den Themen des Südens unterschieden wie ursprünglich angenommen wurde. Der um sich greifende Krieg im Mittleren Osten und in Nordafrika sowie der Klimawandel und die mit beiden Phänomenen verbundene Migrationswelle standen ebenso im Mittelpunkt wie die Suche nach Lösungen, um diese Probleme zu bewältigen.

So waren es schließlich über 50 Gruppierungen, Netzwerke und Allianzen von Basisorganisationen, welche am letzten Tage ihre Lösungsvorschläge unterbreiteten, von denen die meisten mit der Forderung nach weltweiten Mobilisierungen verbunden waren. Ganz besonders erwähnenswert ist die Forderung nach einem Stopp des Extraktivismus (Raubbau an den natürlichen Ressourcen - die Red), der in den letzten Jahren weltweit überhand genommen hat – nicht zuletzt durch kanadische Unternehmungen, den aber die linken Regierungen in Lateinamerika ebenso akzeptiert hatten wie die Rechten in Afrika oder Asien.

Interessant zu beobachten waren auch die Diskussionen über die so genannten Commons, das bedingungslose Grundeinkommen und die Grundsätze einer solidarischen Ökonomie, welche seit dem ersten WSF in Porto Alegre 2001 derart große Fortschritte gemacht hatten, dass sie die Möglichkeit eines weltwirtschaftlichen Strukturwandels durchaus glaubhaft erscheinen ließen.

Natürlich wurden in Kanada auch den indigenen Völkerung und ihrer Forderung nach Selbstbestimmung ein besonderer Platz eingeräumt, wobei weniger auf ihre spirituellen Grundlagen als auf die von diesen seit Jahrhunderten erhobenen Forderungen nach einem rigorosen Stopp der transnationalen Bewegungen Wert gelegt wurde.

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