Klaus Ottomeyer: Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen

Sind wir nur noch ein Anhängsel „der Märkte“? – Die vom neoliberalen Kapitalismus hervorgebrachte Moralzerstörung und Identitätsverwirrung überfordert zunehmend die Psyche der westlichen „Standortbewohner“. Und sie hat die weltweite Gefahr eines patriarchalischen Neo-Fundamentalismus auf den Plan gerufen. Wer den boomenden religiösen und nationalen Identitätsversprechungen folgt, landet lediglich in einer „Schiefheilung“ (Sigmund Freud).

Ottomeyer analysiert in nachvollziehbaren Schritten die ökonomisch bedingte Identitätskrise und zeigt, dass unser Gefühl von Identität und Würde nicht in den ideologischen Wolkenregionen entsteht. Es entsteht durch eine gelingende wechselseitige Anerkennung der Menschen in ihrem materiellen Alltag: In der Solidarität der Arbeitenden, in der Liebe zwischen Individuen, die füreinander nicht austauschbar sind, und in einem fairen Kämpfen um ökonomischen Erfolg und vorenthaltene Rechte.

Klaus Ottomeyer, geb. 1949 in Frankfurt a.M., war von 1983 bis 2013 Professor für Sozialpsychologe an der Universität Klagenfurt. Er arbeitet als Psychotherapeut im Rahmen der Kärntner Einrichtung „Aspis“ mit traumatisierten Flüchtlingen sowie mit Opfern des Nazi-Regimes und deren Familien.

Wissenschaftliche Paperbacks, Bd. 21, 256 S., 18,90 €, br,
ISBN 978-3-643-50618-4

 

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