Henning Mankell: DER CHINESE (Rezension)

FotogalerieSeit Umberto Ecos "Der Name der Rose" habe ich keinen so spannenden Roman gelesen. Von einigen Stunden Schlaf abgesehen, mußte ich das Buch des kürzlich verstorbenen Autors (und Schöpfers der Figur des "Kommissars Wallander") geradezu verschlingen.

In einem kleinen schwedischen Dorf werden achtzehn Personen extrem brutal ermordet. Die Ermitllungen der Polizei gehen in eine falsche Richtung. Eine Richterin entdeckt, daß die Ermordeten in einem engen Zusammenhang mit ihrem Leben stehen und beginnt auf eigene Faust mit Nachforschungen.

Was folgt - und was ich begreiflicherweise hier NICHT schildern möchte, ist ein atemberaubender Gang durch Geschichte und Gegenwart, der in mehrere Länder und Kontinente führt. Fesselnd wird eine Schicht nach der anderen, die auf den Morden liegt, freigelegt. An einer Stelle hat sich bei mir sogar Gänsehaut eingestellt.

Durch die Lektüre erfährt man u.a. eine Menge über die USA im 19.Jahrhundert, über Leben und Politik in China in der Vergangenheit und der Gegenwart. Immerhin führt das Buch bis ins Jahr 2006 - dem Jahr der Olympischen Spiele in Beijing. Die geschilderten Charaktere sind nicht einseitig angelegt, in ihnen spiegelt sich ihr ganzes - widersprüchliches- Leben. 

Mankell betont in einem "Nachwort" ausdrücklich, daß es sich bei dem Roman um eine "Fiktion" handelt:" Ich schreibe mit anderen Worten von dem, was hätte geschehen könnnen, nicht von etwas, was notwendigerweise geschen ist".

Und das ist es ja, was große Literatur auszeichnet.

 

                                 Hermann Dworczak (0043 / 676/ 972 31 10 ) 

 

Henning Mankell DER CHINESE. Roman

Paul Zsolnay Verlag, Wien 2008. 603 Seiten

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