Vietnam - 6. Bericht (Hanoi, Kultur und Wirtschaft)

Da die vietnamesischen OrganisatorInnen der WAPE-Konferenz in liegengebliebener Arbeit untergehen, hatte ich bislang keine Möglichkeit ein "wissenschaftliches" Gespräch über die soziale, ökonomische und politische Situation im Land zu führen. Ich bin bei meinen Schilderungen nach wie vor auf persönliche Eindrücke und diverse Gespräche, die ich führe, angewiesen.

Hanoi ist eine aufstrebende, "sich entwickelnde" Stadt. Hochhäuser schießen in die Luft. Das kulturelle Angebot ist breit: von Rock bis Klassik- heute etwa spielt die Vietnamesische Philharmonie in der Oper Tschaikowskis Violinkonzert und Mahlers 1.Symphonie (als alter Mahler-freak gehe ich vielleicht hin). Wie es mit einem nachhaltigen städtischen Entwicklungskonzept aussieht, kann ich nicht beurteilen. Auf die enormen Troubles mit dem Individualverkehr (von dem Multis wie Honda profitieren), habe ich bereits verwiesen. Immer wieder macht man/frau mich auf den starken Zuzug vom Land und den damit verbundenen Problemen aufmerksam. Aber auch im Kernbereich Hanois gibt es echte Armutszonen. Gleich in der Nähe der VASS, wo sich auch die festungsartige japanische Botschaft befindet, ist die Van Phuc Strasse. Ich gehe drei, vier Häuserblocks entlang- ein schickes Cafehaus nach dem anderen. Plötzlich reisst der "Fortschritt" ab und ich glaube mich in eine lateinamerikanische favela versetzt zu sehen: Häuser, fast Hütten in erbärmlichen Zustand und dazwichen ein offener Kanal- eine übelriechende Kloake.

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Vietnam - 5. Bericht (Besuch im Ho Chi Minh Museum)

Es ist schlicht unmöglich als Linker in Vietnam zu sein und sich nicht eingehend mit seiner (jüngeren) Geschichte zu beschäftigen. Auch für viele TagungsteilnehmerInnen der WAPE Konferenz war die Solidarität mit dem Befreiungskampf der VietnamesInnen ein zentrales Element in ihrem Leben. So ging ich in zwei Museen, um die Vergangenheit nochmals revue passieren zu lassen.

Das Ho Chi Minh Museum überrascht durch seine moderne Gestaltung: Das Wirken des großen Revolutionärs (geboren 1890) ist eingebettet in den internationalen Freiheitskampf des Proletariats und aller "Verdammten dieser Erde". Am Beginn der Ausstellung wird man/frau -medial gut aufbereitet- konfrontiert mit der  Revolution 1848,  der Pariser Commune, mit  Marx, Engels und Lenin- aber auch mit den Surrealisten und Charlie Chaplin! Ein Modell des Tatlinschen Turms -geplant für die III.Internationale- zeigt an, wohin der Entwicklungsweg des jungen Ho Chi Minh schließlich führt.

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Vietnam: 4. Bericht (Debatten auf der WABE-Konferenz)

Auch der 2. und letzte Konferenztag brachte eine Fülle spannender Beiträge und Debatten. Am Vormittag referierte ich selbst in dem Arbeitskreis "Entwicklung des gegenwärtigen Kapitalismus " zu dem Thema "Neoliberal capitalism cannot produce sustainable growth - Not to speak of social justice. What answers of the left are necessary?"( siehe meinen Text unten). Im Anschluss an mein Referat entwickelte sich eine lebendige Diskussion, wie sich Linke gegenüber Bewegungen wie occupy, den "Unzufriedenen "in Spanien etc.- angesichts ihrer offenkundigen politischen Defizite - verhalten soll: nur von außen kritisieren oder aktiv in ihnen zu wirken und so kritisch-solidarisch mitzuhelfen, ihre Schranken zu überwinden? Logo, dass ich für die zweite Variante optierte.

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VIETNAM: Interessanter 1.Konferenztag der WAPE - 3. Bericht

Unter großer Hitze und Schwüle ging es heute mit der WAPE-Konferenz los. Das Generalthema lautet "Wachstum, Entwicklung, soziale Gerechtigkeit". Es gibt rund 120 TeilnehmerInnen- 40 aus Vietnam, 80 aus Ländern von allen Kontinenten.

Prof. Cheng Enfu von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften und Präsident der WAPE leitetet mit einem Vortrag zu einer genaueren, qualitativen Bewertung des Gesellschaftsprodukts ein - also eine weitergehende Defintion als das traditionelle BIP. Michael Lebowitz aus Kanada analysierte den widersprüchlichen Charakter der Entwicklung der Produktivkräfte unter kapitalistischen Bedingungen: Hand in Hand erfolgt die "Hervorbringung und Destruktion menschlicher Fähigkeiten".

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Vietnam - 2. Bericht

Auch den heutigen Tag nutzte ich - neben Gesprächen mit TagungsteilnehmerInnen-,  um etwas über das Leben in der Haupstadt zu erfahren.

Ich möchte nochmals das Thema Verkehr aufgreifen (worauf ich zum Teil schon in meinem ersten Bericht einging). Ich sehe in Hanoi bislang keine Bim, ganz selten Fahrräder, recht wenig öffentliche Busse und die vorhandenen sind ziemlich veraltet. Bei der enormen Hitze (tagsüber 35 Grad und mehr) sind sie ein wahrer Backofen. Fußgänger sind nahezu Freiwild. Nur wenn man/frau zügig und vor allem stetig die Strassen überquert, kommt man/frau heil davon.

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Ukraine - 10 Thesen

UKRAINE - 10 THESEN

  1. Das Janukowitsch-Regime war autoritär, repressiv, es lancierte einen "Krieg gegen die Armen". Nicht einmal für die Opfer der Tschernobyl-Katastrophe trug es ausreichend Sorge .

  Die Rebellion gegen dieses Regime war somit völlig OK !

2. Der Charakter der Bewegung gegen die Janokowitsch-Regierung war sehr komplex. Neben dem Protest gegen ihre antidemokratische Ausrichtung gab es jede Menge Illusionen in die EU, nationalistische Positionen etc. Linke Organisationen waren auf dem Maidan präsent - aber nur mit schwachen Kräften.

3. Je mehr die Janukowitsch-Regierung repressive Massnahmen gegen die DemonstrantInnen ergriff, umso mehr konnten extrem rechte und offen faschistische Kräfte an Boden gewinnen.

4. Der Charakter der neuen "Übergangs"regierung ist bürgerlich, neoliberal, mit stark nationalistischem Einschlag  - sogar die faschistische Partei "Swoboda" ist Teil dieser Regierung!

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Vietnam: Erste Eindrücke

Wie jedes Jahr nehme ich an der Jahreskonferenz der "World Association for Political Economy" (WAPE) teil. Heuer findet sie in Hanoi statt. Eine wunderbare Gelegenheit - endlich! - das Land kennenzulernen, dessen Befreiungskampf für meine politische Prägung eine Schlüsselstellung einnahm.

Das Thema der WAPE-Konferenz (24./25.Mai) ist "Growth, Development and Social Justice". Ich werde am Sonntag darüber referieren, dass der (neoliberale) Kapitalismus nicht imstande ist, nachhaltiges Wachstum zu schaffen - geschweige denn "soziale Gerechtigkeit". Und welche strategischen Schlussfolgerungen die Linke daraus ziehen sollte. Josef Baum wird ebenfalls das Wort ergreifen. Da es erst am Samstag richtig losgeht, benütze ich die Zeit, um mich der Lage  in Vietnam und dem Leben der Menschen vertraut zu machen.

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UKRAINE - 10 THESES

 

 1. The Janukowitsch-regime was authoritarian, repressive, it launched "a war against the poor". Not even for the  victims of the Tschernobyl-desaster it took care. So the rebellion against it was OK!

2. The character of the movement against the Janokowitsch-government was very complex. Beside the protest against its antidemocratic character there were a lot of  illusions in the EU, nationalistic positions etc. Left organisations were present at Maidan but with weak forces.

3. The more the Janukowitsch-government used repressive measaures against the demonstrators the more extreme right and open fascist forces could
gain ground.

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Komitee"SOLIDARITÄT MIT DEM WIDERSTAND IN GRIECHENLAND": nächster Treff Di., 3.Juni 19h AMERLINGHAUS

Liebe FreundInnen, KollegInnen, GenossInnen!

Unser nächstes Treffen ist am Di. den 3., Juni um 19h im Amerlinghaus.

Wir werden den Ausgang der EU-Wahlen (in Griechenland) debattieren.

Erich D. ist in Kontakt mit dem "Werkl" im Goethe-Hof. Wir planen dort im Juni eine Info- Veranstaltung: Lage in Griechenland nach den Wahlen; nächsten Schritte in der -internationalen- Solidarität.

                              Mit solidarischen Grüßen

                                Hermann Dworczak (0676 / 972 31 10)

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