Ulrich Weinzierl: Stefan Zweigs brennendes Geheimnis (Rezension)

Wer hat nicht Stefan Zweig - in der Schule - gelesen?! Wer hat nicht von seinem Selbstmord im fernen Brasilien gehört?! Aber wer weiß schon, dass Zweig ein "brennendes Geheimnis" hütete, das ihm Lust und Qual zugleich bereitete: Er war Exhibitionist.

Ulrich Weinzierl hat nun ein gut recherchiertes Buch geschrieben, das sich auch dieser "Schattenseite" des bedeutenden bürgerlichen Schriftstellers widmet. Nicht um "pikante Enthüllungen" zu präsentieren, sondern um die Widersprüchlichkeit der Zweigschen Charakterstruktur zu zeigen.

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NICHT DAS BOOT- DAS MASS IST VOLL: MIKL-LEITNER MUSS WEG!

NICHT DAS BOOT- DAS MASS IST VOLL: MIKL-LEITNER MUSS WEG!

Seit Wochen ist die ÖVP-Innenminsterin Mikl-Leitner in der Flüchtlings-Frage auf dem Sheriff-Trip. Sie faselt von "drohender Gewalt", tritt affirmativ für eine "Festung Europa" ein und will partout Zäune an den Grenzen errichten. Nicht von ungefähr hat sie vor kurzem der "christlichen" Schwesterpartei CSU, die sich ebenfalls als Scharfmacher geriert, einen Besuch abgestattet...
Jeder ihrer Auftritte - eine unerträgliche Mischung aus salbungsvoll und aggressiv - bereitet geradazu körperliches Unbehagen. Nicht das Boot ist voll - es gibt in Österreich und in der EU genügend Reichtum und Kapazitäten um Menschen, die vor Krieg, Repression und Armut fliehen, würdig unterzubringen. Hingegen ist das politische Maß für die schwarze Frontfrau -längst- überschritten. Sie muß zurücktreten!

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BEIJING: KONFERENZEN ZU SOZIALISMUS UND KULTUR (2. Bericht)

2.BERICHT

Die zweite Tagung, an der ich in Beijing teilnahm war, war dem Thema "Kultur" gewidmet. Sie war um einiges spannender, als auf den ersten Blick der Titel vermuten lässt.

Schon in einem der ersten Diskussionsbeitraege erteilte der bekannte ägyptische Sozialwissenschafter und Aktivist des Weltsozialforums Samir Amin den hier stark vertretenen (linken) "Hütern der Ordnung", die in jeder Bewegung von unten gleich die Machenschaften des US-Imperialismus vermuten, geradezu einen Nachhilfeunterricht: Punkt für Punkt legte er dar, wie sich der Volkszorn gegen den Pharao Mubarak in millionenhafter Breite entwickelte; wie mangels einer linken Führung zuerst die Muslimbrüder und später der jetzige Militärdiktator Al Sisi die Lage für sich ausnutzen konnten.

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BEIJING: KONFERENZEN ZU SOZIALISMUS UND KULTUR (1. Bericht)

BEIJING: KONFERENZEN ZU SOZIALISMUS UND KULTUR (1.Bericht)

Eigentlich bin ich in Beijing, um als Aktivist des Weltsozialforums am 18. und 19. Oktober am "Weltkultur-Forum" - das u.a. von der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften organisiert wird - teilzunehmen. Da der billigste Flug dazu führte, das ich bereits am 14. Oktober in China ankam, lud man/ frau mich ein, auch an der 6. "Sozialismus"-Tagung zu partizipieren.

Gut 200 Personen kamen zu dieser Konferenz - knapp ein Viertel ist nicht aus China. Das Motto der Tagung ist "Farbige Revolutionen und kulturelle Hegemonie". Gemeint sind dabei Erhebungen wie der Arabische Frühling, der Maidan in der Ukraine etc. Der Grossteil der SprecherInnen stösst ziemlich undifferenziert in das Horn, dass es sich hier im wesentlichen um "Konterrevolutionen" handle.  Die farbigen Revolutionen seien demzufolge ein Produkt des Imperialismus und seiner hegemonielen Kultur. Der soziale und politische Zündstoff, der sich in Gesellschaften angesammelt hatte, wird bei solchen Positionen weitgehend ignoriert. Anstatt von tiefgehenden Analysen auszugehen werden diverse Konspirationstheorien angeboten.

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Eric Toussaint: Erster Bericht der WAHRHEITSKOMMISSION ÜBER DIE GRIECHISCHE STAATSVERSCHULDUNG

Eric Toussaint: 1. Bericht der WAHRHEITSKOMMISSION ÜBER DIE GRIECHISCHE STAATSVERSCHULDUNG

Im Jahre 2010 war das Problem in Griechenland nicht die griechische öffentliche Verschuldung, sondern die Lage der griechischen und der damit verbundenen deutschen und französischen Privatbanken.

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WIEN: WARUM STRACHES DURCHMARSCHVERSUCH GESCHEITERT IST

Jenseits aller Globaleinschätzungen und Wählerstromanalysen ist eine Frage von zentraler Bedeutung: warum scheiterte Hass-Chef Strache mit  seinem geplanten - durchaus nicht ausgeschlossenen - "Durchmarsch", warum wurde er bei den Wiener Gemeinderatswahlen nicht zur Nummer Eins?

Der Boden war ja durchaus aufbereitet- siehe etwa  die Wahlen in Oberösterreich. Die Flüchtlingsfrage war Wasser auf die Mühlen der blau-braunen FPÖ. Es gab Umfragen, die einen starken Stimmenzuwachs der Freiheitlichen zeigten. Und noch am Wahlabend signalisierte um 17h die Wahl"prognose" des seriösen SORA- Instituts (basierend auf Wähler-Befragungen VOR der Wahl - also keine exitpolls) ein mögliches Kopf-an-Kopf-Rennen von Sozialdemokratie und FPÖ.

Mit der ersten Hochrechnung war bekanntlich alles anders und in der Endabrechnung beträgt der Unterschied zwischen SPÖ und FPÖ rund 7 Prozent.

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WIEN: 50.000 AUF DER SOLI-DEMO FÜR FLÜCHTLINGE- 100.000 BEIM KONZERT "VOICES FOR REFUGEES"

WIEN: 50.000 AUF DER SOLI-DEMO FÜR FLÜCHTLINGE- 100 000 BEIM KONZERT "VOICES FOR REFUGEES"

All Erwartungen wurden übertroffen: gut 50.OOO TeilnehmerInnen zählte die gestrige (3.Oktober) Solidaritäts-Demo für Flüchtlinge in Wien. Ausgangspunkt war der Westbahnhof, es ging über die Mariahilferstraße, Ring bis zum Parlament. Um sich einen Begriff vom Umfang der Demo zu machen: ein Genosse, der an der Spitze der Demo marschierte und bereits den Endpunkt erreicht hatte, rief mich an und fragte, wo wir (Komitee "Solidarität mit dem Widerstand in Griechenland") uns jetzt befinden- wir hatten da gerademal ein Viertel der Route (nicht einmal Neubaugasse) hinter uns!

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SOLI-DEMO FÜR FLÜCHTLINGE Sa. 3.10. 13h "GEBT Hass Chef STRACHE KEINE CHANCE - HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT"

Samstag den 3. Oktober 13h  gibt es in Wien die zweite große Solidaritäts-Demonstration mit den Flüchtlingen.

Das Komitee "Solidarität mit dem Widerstand in Griechenland" wird sich erneut beteiligen und ruft alle FreundInnen, KollegInnen und GenossInnen auf, maximal für die Demo zu mobilisieren.

Wir werden über die Unterstützung der -hervorragenden!- humanitären Hilfe von Nichtregierungsorganisationen hinaus einen klaren politische Akzent setzen und den Haupthetzer, Austro-Orban alias Stracheldraht-Strache, inhaltlich aufs Korn nehmen (ohne natürlich andere EinpeitscherInnen wie die Innenministerin zu "vergessen") .

Unser großes Transparent wird lauten:

"GEBT Hass Chef STRACHE KEINE CHANCE - HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT"

Wir treffen uns am Samstag bereits um 12,30h VOR dem Cafe Westend (Ecke Mariahilferstraße/ Gürtel) und laden möglichst viele Gleichgesinnte ein, bei uns mitzumarschieren.

 Mit solidarischen Grüßen

   Hermann Dworczak (0043 / 676 / 972 31 10)

Eine neue Völkerwanderung. - Helmut Dahmer, Wien

Helmut Dahmer, Wien

Eine neue Völkerwanderung

„Globalisierung“ heißt die Formel, mit der wir die beschleunigte internationale Verbreitung „westlicher“ Techniken, Wirtschafts- und Lebensformen provisorisch umschreiben. Diese „Verwestlichung“ ist von Anfang an, wie die Geschichte der von Europa seit dem 16. Jahrhundert ausgehenden Kolonialisierung der außereuropäischen Länder zeigt – der die innere Kolonialisierung der europäischen Schrittmacherländer vorausging –, auf Widerstand gestoßen. Der bedeutendste dieser „Widerstände“ war in dem Jahrhundert zwischen der Pariser Kommune (1871) und dem Kollaps der Sowjetunion die sozialistisch-kommunistische, antikapitalistische Weltbewegung, die viele Millionen von Menschen in West und Ost, Süd und Nord erfasste und sie zum Aufstand gegen die soziale Ungleichheit im nationalen und internationalen Maßstab rief. Diese Massenbewegung ist inzwischen Geschichte. Sie war keineswegs antiwestlich orientiert, sondern darauf, den in den „führenden“ Ländern erreichten Fortschritt und den Lebensstandard, den die dort lebende Mehrheit zumindest zwischen den periodisch auftretenden Wirtschaftskrisen erreicht hatte, zu verallgemeinern. Was wir heute erleben, ist eine fatale Mutation des früheren, säkularen, prowestlich-antiwestlichen Widerstands. Radikale muslimische Sekten (wie der „Islamische Staat“ und sein Ableger „Boko Haram“), die von theokratischen Ölstaaten (wie Saudi-Arabien oder Iran) gesponsert werden und ihr Heil in der militärisch erzwungenen Rückkehr zu prämodernen Lebensverhältnissen suchen, sind die heutigen  „Stellvertreter“ der gescheiterten säkularen Strömungen vom Typus der „nationalen Befreiungsbewegungen“.[1] Die muslimisch-fundamentalistischen Strömungen bedienen sich wie selbstverständlich der (für sie erreichbaren) „westlichen“ Militär- und Kommunikationstechniken, versuchen aber zugleich, der von ihnen beherrschten Bevölkerung eine asketisch-prämoderne Lebensform aufzuzwingen. Sie wollen sowohl die Geschichte vor der Mohammed im 7. Jahrhundert zuteil gewordenen Offenbarung auslöschen (daher die Zerstörung antiker Kulturruinen in Palmyra und anderswo), als auch die Geschichte der westlichen Vorherrschaft und des Niedergangs muslimisch geprägter Länder im vergangenen halben Jahrtausend rückgängig machen. Wie jede erlaubte oder kommandierte Regression ist auch diese für Menschen aller Sozialschichten, die zu den Erniedrigten und Beleidigten gehören oder sich als solche fühlen, attraktiv.[2]

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Nun gründeln sie wieder… Flüchtlinge und Migranten, Deutsche, „Undeutsche“, CDU und SPD. - Helmut Dahmer, Wien

 

Helmut Dahmer, Wien

Nun gründeln sie wieder…

Flüchtlinge und Migranten, Deutsche, „Undeutsche“, CDU und SPD

 

Im Zuge der Reunion der beiden deutschen Teilstaaten mussten West- und Ostdeutsche sich erst wieder aneinander gewöhnen. Jahrzehntelang hatten kalte Krieger an der Verdrängung der Nazi-Vergangenheit und an der Verfremdung der beiden Teilbevölkerungen und ihrer Staatsführungen gearbeitet. Nun tat sich eine neue Kluft zwischen Vereinigungs-Gewinnlern und -Verlie­rern auf. Und so waren die Toleranzreserven in Ost und West bald erschöpft. Um den fragilen Zusammenhalt der lange geteilten Nation zu sichern, musste ein neues Ventil für schwelende Aggressionen gefunden werden, neue Mauern und Grenzen, neue Fremdgruppen mussten her. Sie fanden sich in Gestalt der Ausländer-Minoritäten, die in Westdeutschland ein paar Millionen, in Ostdeutschland ein paar Tausend ausmachten. Alsbald brannten (in Mölln und in Solingen, in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen) Asylbewerber-Unterkünfte. An die hundert „Fremde“ wurden in den neunziger Jahren in Deutschland von Brandstiftern und Totschlägern umgebracht. Die damals führenden Berufspolitiker versuchten, gerade so wie heute, das alles kleinzureden und auszusitzen. Mehr noch, sie schränkten das grundgesetzlich verbürgte Asylrecht ein, einen Berstschutz, der seit 1949 die xenophoben Tendenzen einigermaßen in Zaum gehalten hatte.

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